Stand: 01.10.2014
© 2014 Dr. Schweckendiek, Pauli Ense
Änderung bis zum 30.09.2014 durch neue BFH-Rechtsprechung in rot
Änderung ab dem 01.10.2014 durch gesetzliche Änderung in grün

(nur Übersicht)


Annahme: Sie sind ein in Deutschland ansässiger Unternehmer.

Dann beachten Sie folgende Fälle:

  1. Ein im Ausland ansässiger Unternehmer führt Werklieferungen oder sonstige Leistungen an Sie aus.
  2. Sie erhalten sicherungsübereignete Gegenstände außerhalb des Insolvenzverfahrens geliefert.
  3. Sie erwerben ein Grundstück / Gebäude
    (alles, was unter das Grunderwerbsteuergesetz fällt)
  4. Sie erhalten folgende Werklieferungen oder sonstige Leistungen
    - Herstellung, Instandsetzung /-haltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken
    - mit Ausnahme von Planungs- und Überwachungsleistungen
    und Sie verwenden die erhaltene Bauleistung Ihrerseits zur Erbringung einer Bauleistung
    bzw. Sie erbringen selbst Bauleistungen.
  5. [wenig praxisrelevant: wird hier ausgeklammert]
  6. [wenig praxisrelevant: wird hier ausgeklammert]
  7. Lieferung bestimmter Abfallprodukte
  8. Sie sind Reinigungsunternehmer und empfangen Reinigungsleistungen
  9. [wenig praxisrelevant: wird hier ausgeklammert]
  10. [wenig praxisrelevant: wird hier ausgeklammert]

Frage:    Wie verfährt der leistende Unternehmer, also Ihr Lieferant?
Ihr Lieferant erteilt Ihnen eine Rechnung mit dem Nettobetrag ohne Umsatzsteuer.
Ferner erteilt er Ihnen einen Hinweis über Ihre Steuerschuldnerschaft.

Frage:    Wie verfährt der Leistungsempfänger, also Sie?
Sie zahlen an Ihren Lieferanten nur den Nettobetrag.
Sie melden die Umsatzsteuer Ihrem Finanzamt an (Umsatzsteuervoranmeldung).
Die Umsatzsteuer kann als Vorsteuer abgezogen werden.
Sie werden also nach wie vor nur mit dem Nettobetrag wirtschaftlich belastet.

Frage:    Wie kann ich sicher sein, dass ich es mit keinem im Ausland ansässigen Unternehmer zu tun habe?
Sie lassen sich im Zweifel eine „Bescheinigung über die Ansässigkeit im Inland“ vorlegen.
Ihr Lieferant kann sich diese Bescheinigung von seinem Finanzamt erteilen lassen.
   

Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers  (§ 13b UStG)

Gewöhnlich schuldet der leistende Unternehmer die Umsatzsteuer, die er in einer Rechnung ausweist.
In bestimmten Fällen schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer).


Annahme: Sie sind ein Unternehmer, der die oben genannten Bauleistungen erbringt.

Frage:    Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Auftraggeber Ihre Leistungen tatsächlich zur Erbringung weiterer Bauleistungen verwendet bzw. ein Bauleistungsempfänger im Sinne des § 13b UStG ist?

Bis zum 30.09.2014: Sie nehmen im Auftrag folgende Passage auf: “Der Leistungsempfänger bestätigt, die zu erbringende Leistung seinerseits für eine von ihm selbst zu erbringende Bauleistung zu verwenden. Eine Kopie der gültigen Freistellungsbescheinigung des Leistungsempfängers nach § 48b EStG ist beigefügt.“
ODER: Sie verwenden dieses -> Bescheinigungsformular.

Ab dem 01.10.2014: Ihr Auftraggeber legt Ihnen einen Nachweis zur Steuerschuldnerschaft vor. Er schuldet dann auch die Umsatzsteuer auf Bauleistungen für seinen privaten Bereich, z.B. Malerarbeiten im eigenen Privathaus.

Frage:    Wie verfährt der leistende Unternehmer, also Sie?
Sie erteilen Ihrem Kunden eine Rechnung mit dem Nettobetrag ohne Umsatzsteuer.
Ferner erteilen Sie Ihrem Kunden den „Hinweis: Sie schulden die Umsatzsteuer (§ 13b UStG)“.

Frage:    Wie verfährt der Leistungsempfänger, also Ihr Kunde?
Ihr Kunde zahlt an Sie nur den Nettobetrag.
    

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-> Zum Begriff der Bauleistungen

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